Das körperliche Leistungsvermögen der Kinder und Jugendlichen in Österreich ist Besorgnis erregend. Übergewicht, geringe Ausdauerfähigkeit, motorische Defizite und Haltungsschäden sind die Folgen mangelnder Bewegung und falscher Ernährung.
Eine wesentliche Ursache für die verminderte körperliche Aktivität junger Menschen ist deren verkümmertes Freizeit- und Spielverhalten. Für viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, nehmen passive Tätigkeiten, einen Großteil des Tagesablaufes ein und machen sie zu „Couch-Potatoes“. Ihr Alltag ist häufig geprägt von stundenlangem Sitzen in der Schule, im Büro, vor dem Fernseher und dem Computer.
Neben den positiven gesundheitlichen Aspekten werden durch regelmäßige Bewegung auch Selbstbewusstsein und Sozialverhalten gefördert. Sport und körperliche Betätigung ist ein wertvoller Ausgleich zum passiven Lebensstil unserer Zeit.
Sich selber spüren und die Vielfalt der Natur erfahren, ist immer ein Erfolgserlebnis. Gemeinsames Wandern in der Gruppe fördert die Geselligkeit und bietet Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen im Freundes- und Familienkreis.
Wandern zu jeder Jahreszeit hilft uns, die Natur und deren Kreisläufe kennen zu lernen und zu verstehen. Mit Einsatz aller Sinne erleben wir die Umwelt und entwickeln so ein Gefühl dafür, was um uns herum passiert. Es ermöglicht uns, selbst die Initiative zu ergreifen und zwanglos Freiräume zu erobern. Die Möglichkeit, „unbegrenzt“ die Schönheit der Natur zu genießen, bietet gerade in unserer Zeit, die von künstlich geschaffenen Lebensräumen geprägt ist, eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Die großen und kleinen Verpflichtungen der täglichen Routine verschwinden für einige Zeit aus dem Bewusstsein.
Die Erkenntnis, welche Schätze die Natur bietet, wird durch aktives Erleben am besten gefördert. Naturverständnis – insbesondere junger Menschen – ist die beste Basis für die Fortsetzung einer konstruktiven Bewegungs- und Naturschutzpolitik.
Sind diese Faktoren gegeben, kann sich ein gesundes Maß an Bewegungsmotivation entwickeln. Einmal erworbene Bewegungsfähigkeiten bilden eine wichtige Grundlage für Aktivitäten auch im Erwachsenenalter. Alles, was in der Kindheit koordinativ und motorisch erlernt wird, wirkt sich auf das ganze Leben positiv aus.
Sportliche Betätigung ist mehr als das bloße Verbrennen von Kalorien, auf das sie oft reduziert wird. Das richtige Maß an Bewegung hat vielfältige positive Wirkungen, nicht nur körperlicher, sondern auch seelischer und sozialer Natur.
Bewegung wirkt vielseitiger auf die Gesundheit als jedes Medikament:
• sie verlängert die Lebenserwartung durch Blutdrucksenkung und
Verbesserung der Herzleistung
• kräftigt die Muskulatur und wirkt dadurch Haltungsschäden entgegen
• hilft beim Abnehmen und verringert Gewichtsprobleme
• verbessert das Konzentrations- und Lernvermögen
• stärkt das Immunsystem und vermindert die Infektionsanfälligkeit
• steigert Wohlbefinden und Zufriedenheit
• verbessert die Stimmungslage durch Ausschüttung von Glückshormonen
• erhöht das Selbstbewusstsein
• ist gut für die ganze Familie vom Kind bis zu den Großeltern, macht Spaß und
stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Naturerlebnis, Entspannung, Entdeckerfreude, aber auch körperliche Herausforderung und menschliche Begegnungen, sind Faktoren, die sich wechselseitig verstärken.
Wer sich also – fern von der Hektik des Alltags – auf regelmäßige Bewegung in der Natur als sinnvolle, erholsame und gesunde Freizeitbeschäftigung einlässt, wird nicht nur mit einzigartigen Erlebnissen belohnt, sondern schafft sich auch eine Energiequelle, um gesund zu bleiben, sich zu entspannen und wohl zu fühlen.
Norbert Hofer
(ASVÖ Vorstandsmitglied, Koordinator, Projektleiter)